Sonntag, 31. Juli 2016

Rezension --> Emma Wagner - Eine Schildkröte macht noch keine Liebe




"Sonderbar" sagt Vincent, ist Lilly keineswegs, doch trotzdem wird er nicht richtig schlau aus ihr und aus sich schon gleich zweimal nicht.

Lilly dagegen sieht andere Frauen, die ihr eventuell, gegebenenfalls bei Vincent in die Quere kommen könnten als "eine Art brüllendes, blondes, skifahrendes und männerverschlingendes Busenmonster im Dirndl"

Und wie kommen die beiden nun zusammen? Das ist kompliziert ;) Denn unterschiedlicher können zwei Leben nicht sein, als die von den Zweien. Vincent lebt eher in den Tag hinein, arbeitet dann, wenn der Dispo an der Grenze ankommt, Lilly hingegen hat einen straff geregelten Tagesplan, über den sie sich aber doch eher ausschweigt. An sich verstehen sie sich in der Richtung absolut nicht, doch irgendwie kommen sie nicht voneinander los, nachdem Vincent der Retter in der Not war, als Lilly auf der Flucht von ihm aufgenommen wurde.

Emma hat hier einen leichten lockeren Sommerroman verfasst, der sich gut und zügig lesen lässt. Trotzdem haben mir einige Passagen nicht so gut gefallen - vielleicht hatte ich auch zu viel Kopf im Hintergrund laufen *nachdenk. Aber prinzipiell ist Lilly das behütete Mädchen schlechthin, das nichts vom Leben kennenlernen konnte, dann aber *Klopper* bringt, von denen sie einfach aufgrund ihrer bisherigen Existenz logischerweise nichts wissen dürfte. Da sind einige - so hab ich es empfunden - Widersprüche verbaut, die meinen Lesefluss doch ab und an ins Stocken brachten.

Dass beide Protagonisten abwechselnd aus ihrer Sicht ein Kapitel erzählen empfand ich in Ordnung, denn von jeder Geschichte sollten immer beide Seiten gehört werden. Allerdings werden dadurch die gegensätzlichen Charaktere noch deutlicher dargestellt.

Das Cover ist wunderschön, zeigt aber keinerlei Bezug zum Titel des Liebesromans. Oder fährt eine Schildkröte mit dem Riesenrad und guckt von da aus nach dem sich küssenden Paar?

Nichtsdestotrotz ist das Buch lesenswert, denn das Geheimnis um die Schildkröte und ob sie nun mit Liebe zu tun hat oder nicht, muss ja auch noch geklärt werden, nicht wahr? Es ist eine schicksalhafte Begegnung von zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und verdient - sorry Emma - drei Chaospunkte

 



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