Freitag, 16. September 2016

Rezension --> Küp Seker - Kamar & Sun


Vom ersten Blick an war ich in das Cover verliebt und musste dieses Buch haben und lesen. Also hab ich sofort zugeschlagen, als ich bemerkte, dass es veröffentlicht war.
 
Es handelt sich bei der Geschichte um eine traditionell überlieferte Fabel eines kleinen Löwens und einer Schmetterlingsdame, die gemeinsam um die Welt reisen und dabei viel erleben. Wie Kamar selber am Ende berichtet, als er seiner Familie von der Reise erzählt, war der *Ausflug* "... mal lustig, mal nervenaufreibend, mal unglaublich, mal bezaubernd, mal faszinierend." Und ich muss ihm da vollkommen zustimmen.
 
Zwischen den einzelnen Abschnitten der Wanderung des ungleichen Paares erzählt der Autor Erinnerungen an die ersten Jahre seines Lebens in der Türkei, sein Umsiedeln nach Deutschland und so manche seiner (teilweise sehr interessanten) Gedankengänge zum Dasein überhaupt.
 
Küp hat mich mit seiner Geschichte gefangen genommen und ich habe Kamar und Sun auf ihrem Weg rund um die Erde gerne begleitet, hab mit ihnen gelitten, mich gefreut, gebangt und bin über das weite Meer geflogen. Ich habe viel nachdenken müssen und auch noch Etliches gelernt, denn wie sagt Küps Opa zu seiner Ehefrau? "Du kannst allein nie so einsam sein wie zu zweit!" und Oma antwortet dann "Das stimmt vielleicht, aber man kann auch allein nie so glücklich sein wie gemeinsam." und als Kamar und Sun getrennt sind, hört Kamar sie in Gedanken sagen: "Die Liebe bringt am meisten Licht und am meisten Schatten." Solche Lebensweisheiten sind noch viel mehr verbaut, der Leser muss sie nur finden. Und das wünsche ich sowohl dem Leser als auch dem Autoren, dass ganz viele diese Parabel samt ihrem tatsächlichen Leben außenrum lesen und die versteckten Weisheiten finden werden.
 
Was ich nicht verstanden habe und was überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun hat, ist das Vorwort des Verlages, das auch mich an Küps Stelle zu einem Prolog veranlasst hätte. Das sind Dinge, die nicht an den Leser herangetragen werden sollten, egal wie eine vorherige Zusammenarbeit zwischen Verlag und Autor abgelaufen ist. Und mich hat es leider sehr beeinflußt beim Lesen der ersten Kapitel, denn ich habe dauernd darauf gewartet, dass das "Verlagshaus  mehrere Male .... negativ erwähnt wird ..." (was dann tatsächlich nur einmal der Fall war und das logischerweise "... weder fundiert noch in einer objektiven Form ...."), bis ich den Gedanken daran endlich aus meinem Kopf verbannen und mich auf das Buch konzentrieren konnte.
 
Ja, ich tue jetzt nichts anderes, als das breit zu treten, aber ich möchte zukünftigen Lesern einfach die Möglichkeit geben, diese beiden ersten Buchabschnitte, bzw. hauptsächlich das *Vorwort des Verlages* erst - wenn überhaupt - nach Beendigung zu lesen, damit die Freude an diesem bezaubernden Buch von Anfang an vorherrscht. Der Autor bekommt von mir volle fünf Chaospunkte für die liebevolle Art, mit der er die Geschichte aus dem Reich der Tiere mitteilt und der Verlag für das öffentliche Waschen von schmutziger Wäsche eine rote Karte.
 


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