Donnerstag, 27. Oktober 2016

Interview --> Melisa Schwermer

Weil ihr Buch „So bitter die Schuld“ im Finale stand beim Storyteller Award hab ich sie um ein Interview gebeten. Außerdem lese ich ihn gerade, den Thriller und durfte sie letzte Woche auf der Buchmesse kurz kennenlernen, so ernst wie sie hier guckt ist sie aber gar nicht *zwinker



Steckbrief
Name: Melisa Schwermer
Geboren am/ in:  9.4.1983 in Offenbach
Wohnort:  bei Frankfurt am Main
Familienstand:  in festen Händen seit 9 Jahren
Kinder: nein, auch nicht in Planung


Am liebsten hab ich es gemütlich mit meinen Katzen und meinem Freund bei uns zu Hause.

Gar nicht mag ich, wenn jemand Tiere quält, ein falsches Gesicht hat oder sich gegen Schwächere/Minderheiten stellt.

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Oh, wo soll ich da anfangen? Lange wusste ich in meinem Leben nicht, wohin mit mir. Nach der zehnten Klasse wollte ich unbedingt schnell einen Beruf lernen, in dem man möglichst viel verdient. Dieses Abi, von dem mein Vater sprach, wollte ich auf keinen Fall. Also habe ich mich beworben, aber keine Ausbildung gefunden. Meine Noten waren nicht gerade die besten. Also bin ich auf eine weiterführende Schule gegangen. Irgendwann fand ich eine Lehrstelle zur Industriekauffrau. Dort, in der Buchhaltungsabteilung, war mir dann so langweilig, dass ich meine Leidenschaft für das Schreiben wiederentdeckte. Ich fing ins Blaue an, ein Buch zu schreiben. Dabei heraus kam Jahre später »So bitter die Schuld«. Nach der Ausbildung fand ich dann, dass Abitur vielleicht doch nicht so schlecht ist, und besuchte eine Abendschule. Danach begann ich mein Studium der Germanistik und Philosophie. Einige Jahre habe ich an einer Berufsschule als Lehrerin gearbeitet und bin jetzt wieder zurück an der Uni und habe dort eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin und schreibe an meiner Doktorarbeit.


Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Die schnelle Version habe ich ja bereits erwähnt. Es klingt total nach Klischee, aber ich habe bereits als Kind gerne Geschichten geschrieben. Meiner Oma habe ich zum Beispiel einmal einen Bestseller zum Geburtstag geschenkt. Die Kurzfassung: Wie Arko, der Hund, von einer Klippe in den See sprang und schwamm. Diese Wahnsinnsgeschichte hing dann bis zu ihrem Tod in einem Rahmen an der Wohnzimmerwand. Irgendwann verlor ich aber das Interesse am Schreiben. Gelesen habe ich allerdings immer gern. Vor allem gruselige Sachen. Als Kind liebte ich Rüdiger, den kleinen Vampir, Stephen Kings »Das Spiel« habe ich mir mit etwa 11 Jahren aus dem Schrank meines Vaters geklaut und das Phantom der Oper habe ich im Urlaub in Frankreich durchgelesen. Von daher war es eigentlich nur logisch, dass ich ausgerechnet in diesem Genre schreibe.


„So bitter die Schuld“ war im Finale für den Kindle Storyteller. Was hat dich bewogen das Buch einzureichen und wie hast du dich gefühlt, als du erfahren hast, dass es zu den letzten Fünf gehört?
Ehrlich gesagt habe ich das Buch nicht mal von Anfang an eingereicht. Ich hatte mir ohnehin keine großen Chancen ausgerechnet. Da man aber etwas zusätzliche Sichtbarkeit über die Storyteller-Auflistung bekommt, habe ich es dann doch gewagt. Mit unglaublichem Ausgang. Ich war total von den Socken, als ich morgens den Anruf bekam. Den Tag über habe ich dann mit ständigem Kopfschütteln verbracht, weil ich es nicht wirklich glauben konnte, dass mein Buch wirklich dabei ist. Und ich bin auch gar nicht traurig, dass es am Ende nicht der Award geworden ist, weil ich denke, dass Halo Summer eine verdiente und von mir prophezeite Gewinnerin ist.


Das Thema deiner Doktorarbeit, verrätst du es uns? In welchem Bereich möchtest du danach tätig sein?
Das Thema ist nur im weitesten Sinne Literaturwissenschaft. Ich mache eine Edition über Lichtenbergs satirische Schriften. Das heißt, ich lese alte Handschriften und kollationiere sie, um dann eine Textkritik zu erstellen. Wo ich genau tätig sein möchte, weiß ich  noch nicht. Natürlich würde ich am liebsten vom Schreiben leben. Die Zeit wird es zeigen.



Herzlichen Dank für deine Antworten, liebe Melisa, erhol dich gut in deinem wohlverdienten Urlaub und bring neue Ideen mit für mehr Bücher *knuddel

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