Mittwoch, 26. Oktober 2016

Rezension --> Mila Summers, Ralf Wolfstädter - Alpakas auf Durchreise


Mila Summers ist einfach unglaublich, nicht nur, dass sie inzwischen ihr freches Gen ausgepackt hat, nein, nun tut sie sich auch noch mit einem Mann zusammen, um ein gemeinsames Buch zu schreiben. Das wird mit einer Vorgeschichte angekündigt, die dermaßen Lust auf mehr macht, dass der Leser ganz schnell Ende Oktober haben möchte.

Die Grüne Woche in Berlin ist ja allgemein bekannt, doch nun lernen wir sie ein bisschen aus Lillys Sicht kennen, die dort einen Job angenommen hat, um ihr Studium zu finanzieren und Erfahrungen zu sammeln. An dem Stand eines Allgäuer Käseherstellers lernt sie Ben, einen fränkischen Winzer kennen. Doch ihr erstes Aufeinandertreffen endet etwas *unglücklich*, was für Lilly ganz schlecht ist. Das zweite Treffen läuft schon besser und Lilly hat plötzlich Gefühle, die nicht sein können, weil nicht dürfen. Schließlich gibt es da noch Gerald, ihren langjährigen Freund, mit dem sie ja glücklich ist. Oder doch nicht?

Noch ist nicht ersichtlich, wer welchen Teil geschrieben hat von dem neuen Autorenduo, dafür ist die Vorgeschichte zu ihrem ersten gemeinsamen humorvollen Liebesroman zu kurz, aber sie macht auf jeden Fall Lust, zu lesen, wie es mit Lilly und Ben weitergeht.
Kann die Großstadtpflanze sich im beschaulichen Frankenland wohlfühlen?
Wie ist es tatsächlich um ihre Liebe zu Gerald bestellt?
Ist Ben zuhause noch genau so charismatisch wie in der Fremde?



So schrieb ich zum Teaser, der ja bereits einige Zeit vor dem Buch erschien und nun beinhaltet ist.

Auf der grünen Woche haben sie sich also kennengelernt, die Berlinerin Lilly und der Winzer Ben. Lilly hat inzwischen ihr Studium beendet und zieht aus Liebe ins fränkische Dorf bei Würzburg. Job findet sie dort keinen, so dass sie zunächst ihrem Verlobten und dessen Eltern in den Weinbergen hilft. Sehr zum Leidwesen von Alois, einem alten Grantler, der Neuheiten gegenüber sehr negativ eingestellt ist im Gegensatz zu seiner Frau, die immer wieder zwischen den *Jungen* und ihrem Mann zu vermitteln versucht. Nach vielen Auseinandersetzungen scheint sich das gemeinsame Leben eingespielt zu haben, bis Lilly einen Fehler begeht, der einen Großteil der Ernte vernichtet.


Ist das das Ende von Lilly und Ben? War ihre ganze Arbeit umsonst? Jetzt wo sie sich endlich etwas wohl fühlt und anerkannt wird von Bens Freunden und in Emma, der Dorfärztin eine gute Freundin gefunden hat.


Auch dem *neuen* Autorenduo fehlte es während des Schreibens nicht an Auseinandersetzungen, doch die beiden haben sich zusammengerauft und eine liebevolle Geschichte geschrieben, die allerdings für Fans deutlich erkennen lässt, wer welchen Part geschrieben hat. Milas Schreibe ist einfach - egal welche Thematik sie aufgreift - unverkennbar. Besonders schön war für mich, als geborene Fränkin, ein paar typische Charaktere aus diesem wunderschönen Landstrich vorzufinden, besonders natürlich den Alois, den ich bildlich vor mir gesehen habe beim Lesen. Dazu die Dörfler, die allen Zugereisten gegenüber sehr skeptisch sind, selbst wenn es sich um die große Liebe des besten Freundes handelt. Noch dazu, wenn diese Frau keinen Schweinsbraten mit Kniedla oder Bratwürste isst. Sorry, ich schweife mal wieder ab, aber so ist es eben, wenn ich was von Mila lese und bewerten soll. Sie hat es halt einfach drauf mich zu begeistern.

Doch nun zu dem anderen Part des Duos, von dem ich bisher nichts gelesen habe, denn er war mir bis dato durchgeschlüpft, durch mein Raster. Kann ich ja noch ändern, denn was er hier verfasst hat, gefiel mir schon, auch wenn er mit Ben ein Mannsbild geschaffen hat, das teilweise ganz schön arschig sein kann. Aber Ralf baut ihn gut auf, den Ben und auch ihn konnte ich mir vorstellen, denn faszinierend ist auch der Schreibstil von Ralf. Bisher scheint er sein Genre noch nicht gefunden zu haben, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich bin gespannt, wie die Geschichte mit den Alpakas in den fränggischen Weinbergen weitergeht und vergebe volle fünf Chaospunkte.

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