Sonntag, 23. Oktober 2016

Rezension --> Poznanski Ursula & Strobel, Arno - fremd


Neugierig, verdammt neugierig war ich auf dieses neue Autorenduo, das sich gefunden hatte, als beide fest der Überzeugung waren, niemals mit einem Kollegen zusammen ein Buch zu schreiben. Nach längerem Gespräch entschieden sie sich glücklicherweise doch dazu, miteinander eine Geschichte zu veröffentlichen. Glücklicherweise deswegen, weil, wenn zwei Autoren, die alleine so viel Thriller im Kopf haben, so viel echte Thriller, dann kann etwas Kollektives nicht schlecht sein. Nicht schlecht ist allerdings vollkommen untertrieben, ich war fasziniert. Doch zunächst kurz zum Inhalt.

Joanna, reiche Tochter eines australischen Millionärs, flüchtet vor ihrem despotischen Vater und ihrem zukünftigen Ehemann, den logischerweise der Vater bestimmt hatte, nach Deutschland, in die Heimat ihrer Mutter, findet dort Arbeit und ein Haus, in dem sie sich wohl fühlt.
Eines Abends steht ein wildfremder Mann in ihrer Küche, behauptet ihr Verlobter zu sein und seit mindestens einem halben Jahr mit ihr in diesem Haus zu leben. Dumm nur, dass Joanna nicht den kleinsten Hinweis entdecken kann, dass sie nicht allein dort lebt. Am liebsten würde sie eines der scharfen großen Küchenmesser in die Hand nehmen und diesen Typen abstechen.

Erik kommt nach Hause, stillt seinen Durst und freut sich, als seine Verlobte die Treppe herunterkommt, die Haare noch nass vom Duschen, er strahlt sie an, doch sie behandelt ihn wie einen Fremden, hält ihn für einen Einbrecher und will ihn aus dem Haus werfen.


Wer liegt nun richtig?

Joanna oder Erik?
Wird sie ihn tatsächlich umbringen?
Und was ist passiert?
Was geschieht in der Zukunft?
Haben die beiden genügend Vertrauen in sich selbst, in den Anderen?

Anfangs tat ich mich etwas hart, denn das erste Kapitel ist aus Joannas Sicht geschrieben (ich habe aber keine Ahnung von wem, obwohl ich von beiden Autoren schon einige Bücher gelesen habe *grübel), das zweite aus Eriks Blickwinkel, das zieht sich so durch das ganze Buch, ist auch vollkommen in Ordnung, aber die Wiederholung ganzer Dialoge finde ich etwas überflüssig und störte mich. Es wurde dann im Verlauf der Darstellung aber besser, heißt in den unterschiedlichen Perspektiven wurden die Wiederholungen weniger, hörten ganz auf. So fand ich doch gut in den Ablauf und war vollkommen hin und weg.
Dass sowohl Ursula als auch Arno eine mitreißende Schreibe haben ist unbestritten, alles was ich darüber zu sagen habe, kann in den Bewertungen der von mir gelesenen Bücher der beiden nachgelesen werden. Ich finde Repliken langweilig *zwinker
Keineswegs abgedroschen dagegen sind meine fünf Chaospunkte, die sich die beiden nun teilen müssen.


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