Sonntag, 9. Oktober 2016

Rezension --> Sookie Hell - Beziehungsstatus 1: Wer's zuletzt macht, macht's am besten!: Freie Liebe und Ostfriesentee


Nischenautorin hab ich sie genannt hier und das ist sie tatsächlich, die Sookie Hell.

Wir lernen in ihrem Debüt folgende Personen kennen:
Eugen erbt von Tante Gesa deren ehemalige Pension, will sie aber nicht wie seine Eltern verkaufen, sondern eine Künstlerkolonie eröffnen. - Anna schreibt schnulzige Kitschromane und lebt im freiwillig gewählten Zölibat. - John, halb Ire, halb Ostfriese malt für Geld und für sich. - Keno liebt Elvis und lässt ihn aufleben. - Steffi hat die Nase voll von der Untreue ihres Mannes und will endlich wieder malen. - Lothar, das Küken schreibt Bestseller. Und dann ist da auch noch Rafael, der beste Freund von John und ab und an Besucher auf dem Gulfhof.

Menschen, die sich zusammenraufen, die sich verlieben, sich streiten, zusammen Spaß haben, sich anfreunden und füreinander da sind.

Sookie hat hier wahrlich eine Nische gefunden, denn das Buch ist kein Liebesroman im üblichen, normalen Sinn (was ist schon *normal*?), sondern beschreibt das Leben in einer extravaganten WG, das Genießen in diesem herrlichen Hof zwischen Esens und Bensersiel, etwas versteckt im Hinterland (und ich wette, ich bin vor vielen vielen Jahren, als ich drei Wochen dort verbringen durfte, genau dort, garantiert an Tante Gesas Pension vorbeigeradelt) und typisch ostfriesisch.
Die Geschichte hat einen erotischen Touch, zeigt die enorme Intelligenz einiger Bewohner und einen herrlichen Humor, nebenbei >>Verlässlichkeit, Vertrautheit und Verantwortung<<, die drei großen Vs, die zum Leben gehören wie das Atmen und die nicht jeder verinnerlicht hat, sondern erst lernen muss.

Ungewöhnlich, ja genau, das ist es, das 269 Seiten starke E-Book und ganz schwer aus der Hand zu legen, ehe diese Seiten gelesen sind, denn die Schreibe der Autorin ist unbeschreiblich, unbeschreiblich mitreißend, erheiternd, liebevoll, provozierend und mir bleibt nur, für sie fünf Chaospunkte (offene und ehrliche) aus meiner Kiste zu holen.


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