Mittwoch, 19. Oktober 2016

Rezension --> Uwe Becker - Zipfelmaus jagt den Vogeldieb


Ein Gartenkrimi ab acht Jahren und der Auftakt zu einer wundervollen Reihe, deren Hauptprotagonist eine Maus ist, eine männliche Maus namens Zipfelmaus, weil sie - logisch, oder? - eine Zipfelmütze auf dem Kopf hat, ohne die sie keinen Schritt macht.

Zipfelmaus lebt im Schrebergarten der Frau Bienenstich und tut das nicht alleine. So langsam tauchen alle Bewohner aus dem Winterschlaf wieder auf. Da wäre zum einen Spitzmaus, die Wirtin der Spelunke, dann noch Maulwurf, der eines Abends mit einer schrecklichen Nachricht ebendort auftaucht: Es wurden Vogeleier gestohlen! Schnell vereinen sich alle Bewohner des Gartens (und sogar aus dem Nachbarsgarten) um den Dieb, der auch vor bereits geschlüpften Küken nicht Halt macht, zu finden und zu bestrafen.
Natürlich hat Zipfelmaus das Oberkommando und organisiert Alles. Was absolut nicht einfach ist, was schon an den unterschiedlichen Tagesabläufen der vielen Tiere liegt. Da wäre nämlich der nachtaktive Igel oder die Fledermaus Shakira, deren beste Freundin Fiffi, die Hummel, die Siebenschläfer Flip und Flop, die Schnecke *Gräfin*, der Raketenmolch, die Weberknechte Caspar, David und Friedrich, das Kaninchen Ali, Tupf, die Taube und natürlich all die Vogelpaare, die ihre Kinder zurückhaben möchten. Zaunkönige, Grasmücken, Singdrosseln, Amseln, Spatzen, Meisen, Buchfinken, Baumläufer, Heckenbraunellen und noch viele mehr. Nicht einmal Zipfelmaus hatte eine Ahnung davon, wie viele Vögel denn in Frau Bienenstichs Garten nisten. Die allerdings bekommt gar nichts mit, denn sie taucht einfach nicht auf, dafür kommt ein Mann mit dem Hallohund und fängt an im Garten zu arbeiten.

Zipfelmaus findet das alles sehr sehr aufregend und dem Autor ist es gelungen, diese Aufregung sehr überzeugend an den Leser weiterzugeben, denn ich war richtig gespannt, wer sich unter dem dunklen langen Mantel als Vogeldieb verbirgt. Und warum Frau Bienenstich nicht in Garten kommt?
Dass er, der Uwe, was von Gärten versteht, beweist er mit jedem liebevoll geschriebenen Kapitel, die selbst Lesern, die einen Garten haben, noch viel Neues und andere Sichtweisen zeigen können (so bin ich jetzt gespannt, ob ich das Tier noch finde, mit dem ich sprechen kann *zwinker).
Interessant ist es allemal, das Leben im Verborgenen, denn meist verstecken sich die tierischen Bewohner vor den Menschen.

Ina Krabbe hat wundervolle Illustrationen eingestreut, die schon das Cover so lebendig machen. Ich jedenfalls habe wieder ein Buch gefunden, das ich Müttern und Großmüttern in meinem Freundeskreis als Geschenk für Kinder und Enkel, aber auch für sich selbst, nur empfehlen kann. Eine ganze Handvoll Chaospunkte.

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