Donnerstag, 10. November 2016

Interview --> Verena Grüneweg

Anlässlich des Trailers zum ersten Teil ihres Jugend-Fantasy-Buches Malvadins Zauber "Wusch" hat meine *Blumenfrau* Rena Zeit für mich gefunden und wer in Norden einen hübschen Strauß braucht, muss nach dieser Frau in einem Blumenladen Ausschau halten




Steckbrief

Name: Verena Grüneweg
Geboren am: 29.09.1965
Wohnort: Norden
Familienstand: verheiratet
Kinder: 2 wundervolle Töchter, auf die ich mächtig stolz bin



Am liebsten habe ich:
Ruhe. Ich meine eine ganz bestimmte Art von Ruhe. Es ist diese innerliche Ruhe, die für mich gleichzusetzen ist, mit Zufriedenheit und Glück. Seltene Augenblicke, die aber für mich mehr als wertvoll sind, denn meistens setze ich mich selber unter Druck. Will alles noch perfekter machen und gebe keine Ruhe, bis ich glaube das erreicht zu haben, was ich mir vorgestellt habe. Glaube mir, das kann dauern! Darum, umso kostbarer der Augenblick, wenn ich mich zurücklehnen kann und endlich mit mir selbst zufrieden bin.



Gar nicht mag ich:
Natürlich Intoleranz und Rassenhass. Eben die Dinge in der Welt, die wir alle nicht gut heißen sollten. Aber wenn ich in meinem eigenen Umfeld, das mich selber im Alltag häufiger betrifft, umschaue, muss ich sagen, ich mag es nicht, wenn man mich ausnutzt und für dumm verkauft. Wie du vielleicht fest gestellt hast, bin ich ein sehr Harmonie liebender Mensch und auch viel zu gutmütig. Darum erlebe ich häufig, dass Menschen genau das bei mir ausnutzen. Leider bin ich nicht dumm oder naiv und merke sehr schnell, dass ich benutzt werde. Schade, wenn dadurch etwas, was ich für eine gute Freundschaft hielt, kaputt geht. Ach ja und ich hasse warten sowie Unpünktlichkeit. Das macht mich nervös und regelrecht kirre.



Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Mein Leben?
Chaotisch würde ich sagen. Oft mehr als schmerzhaft und manchmal dachte ich es geht nicht mehr weiter. Ich weiß, ich habe viele Dinge erlebt an denen andere wahrscheinlich zerbrochen wären. Der Tod meiner jüngsten Tochter Coralita, die mit zwei Jahren durch einen Unfall, an dem ich mir lange die Schuld gab, ums Leben kam. Die Ehe mit einem Alkoholiker, dessen Hobby es war, mich zu schlagen. Ja auch am Existenzminimum habe ich gelebt, aber ich habe Glück gehabt. Das Glück, dass es wohl eine Stärke in mir gibt, die mich immer weiter vorantreibt. Die es nicht zulässt aufzugeben und mir hilft, stark zu sein für meine Familie und für mich selbst. So schlimm all das war, was ich erlebte(ich möchte dir nicht jedes kleinste Detail erzählen, wäre viel zu lang) es hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Dafür bin ich dankbar, denn ich bin eine glückliche Frau mit Menschen, die mich lieben, an meiner Seite.


Aber vor allem machte genau dieses Leben mir ein wertvolles Geschenk: zu erkennen wie wichtig die Menschen in meinem Leben sind und sie gut zu behandeln. Wie meinen zweiten Ehemann, meine Töchter, aber auch meine Freunde; sie alle zu sehen als das, was sie sind - wertvoll und einzigartig.


Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Wie ich zum Schreiben gekommen bin?
Na ja, ich habe immer das Schreiben geliebt wie viele andere Autoren auch. Aber wirklich richtig begonnen habe ich es als eine Art Therapie. Darum nenne ich auch meine Geschichten Seelenpflaster. Wenn du etwas schreibst, hilft es dir Dinge klarer zu sehen. Dein eigenes Leben, deine Probleme oder was dich gerade beschäftigt, dir Angst macht oder ähnliches. Es hilft Entscheidungen zu treffen und manchmal Wege zu gehen, von denen du nie gedacht hättest, dass sie möglich sind. Wiederum lehrt dich auch das Schreiben mehr Verständnis aufzubringen, denn du schlüpfst in die Haut eines anderen. Lebst in deinen Geschichten ein fremdes Leben und mit jedem Wort, das du zu Papier bringst, wird es immer mehr zu deinem eigenen. Jedenfalls ist das bei mir so.

Manchmal - in ganz besonders stressigen Zeiten - ist es für mich wie eine Heilung nach Malvadin zu entfliehen und dort den Ernst, die Probleme hinter mir zu lassen. Einfach ein Kind oder eben Wusch zu sein. Ob du es glaubst oder nicht in meiner magischen Welt tanke ich Kraft die mir hilft den Alltag zu überstehen.


Zum zweiten Teil deiner Frage:
Ich schreibe ja in unterschiedlichen Genres. Meine Kurzgeschichten lassen sich eigentlich nicht wirklich einordnen. Einerseits probiere ich gerne Neues aus und dafür bietet eine Anthologie die beste Möglichkeit. Andererseits sind sie wie oben bereits erwähnt meine Seelenpflaster.
Ansonsten liebe ich es Thriller oder Fantasy zu schreiben. Bei den Thrillern tobe ich mich aus. In diesen Büchern darf ich mal böse sein und meine dunkle Seite, die jeder Mensch meiner Meinung nach in sich trägt, ausleben.

Wenn ich Fantasy schreibe, erwacht das Kind in mir, welches diese Märchenwelt während ich von ihr erzähle, erlebt. Und ganz ehrlich? Ist es nicht wundervoll, Welten zu erschaffen, magischen Geschöpfen Leben einzuhauchen und mit ihnen Abenteuer zu erleben? Ist es nicht wundervoll, wenn du durch das Schreiben abtauchst, dich so intensiv damit beschäftigst, dass du fast das Gefühl hast, du hättest es wirklich erlebt. Ehrlich ich möchte niemals darauf verzichten


Die Geschichte hinter dem Trailer ... wie kamst du auf diese Idee?
Es war eine gemeinsame Idee von Tim Detmers, der ein sehr kreativer Kopf und Inhaber von Promotionfilm ist, und mir. Er war begeistert von meinem Buch Malvadins Zauber-Wusch und war, wie ich, der Meinung wir müssten eine besondere Werbung für meine kleine Heldin machen. Einen etwas anderen Trailer, um ihre Geschichte noch bekannter zu machen. Gesagt, getan und ich hoffe das Ergebnis wird euch gefallen.



Konntest du beim Filmen dabei sein? Wie war das für dich?
JAAAAAA und es war toll. Wie sich die Hauptdarstellerin Julia Eydina Bertram in Wusch verwandelte und sie wirklich toll spielte. Zu sehen wie viel Arbeit hinter einem doch wirklich kurzen Trailer steckt, wie viele Einspielungen es braucht um nur eine winzige Szene fertig zu stellen, faszinierend. Aber zu guter Letzt bei allem was dort gefilmt wurde und bei allem was dabei besprochen wurde, zu wissen es geht um mein Buch - unbezahlbar...



Und weil er soo wunderschön wurde, hier nun der Link zum Trailer



Ganz herzlichen Dank, liebe Rena für dieses Interview, das uns zwei beide noch mehr zusammenführte, als wir vorher schon waren *umärmel und danke für dein Vertrauen mir als einer der ersten von deinem neuen Projekt zu erzählen und das dann auch noch persönlich am Telefon. Irgendwann machen wir das auch persönlich, das Reden miteinander *freu

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