Samstag, 5. November 2016

Rezension --> Ivy Sand - Novemberglück


Sie lernen sich in einem Forum kennen, Janie04 und Quo Vadis, als Janie04 in ihrer Angst vor dem Novemberblues anfragt, wie sie den Herbst überstehen kann. Außer dämlichen Antworten - die man in sozialen Netzwerken immer und überall bekommen kann - schlägt ihr eben Quo Vadis vor, sich abzulenken und nach einigem Hin und Her stellt er ihr jeden Tag eine Aufgabe, die sie den tristen, grauen November vergessen lassen soll. Nun beginnt ein einseitiger Mailverkehr, in dem Janie04 (Katja) Quo Vadis berichtet, was sie über seine Lektion denkt, ob und wie sie sie *abarbeiten* wird und ob sie es geschafft hat. Natürlich versucht sie auch mehr über den Menschen hinter den Übungen zu erfahren, doch der schweigt sich aus.

Ivy hat hier eine witzige Kurzgeschichte verfasst, die allerdings auch nachdenklich macht. Denn gerade der November oder auch generell der Herbst lassen viele Menschen sich abkapseln, einlullen in den Blues und sich zuhause gehen zu lassen. Die Sache mit den *Übungen* für jeden Tag kann jeder im Prinzip auch alleine für sich machen, doch viel interessanter ist es, die von einem anderen *aufgedrückt* zu bekommen, weil dann nicht schon vorher bekannt ist, was auf einen zukommt und vor allem auch eine gewisse *Kontrolle* da ist, dass man sich nicht drückt. Ich habe gelacht, war traurig und habe mich am Ende gefreut. Worüber kann ich euch aber nicht verraten, denn sonst wäre ja der Gag des Buches weg. Lest selber, denn auch wenn es *nur* eine kurze Geschichte ist - Hallo, der November hat schließlich bloß 30 Tage - ist sie durchaus lesenswert (und die Leseprobe am Ende hat mich durchaus neugierig gemacht auf mehr von der *frischen* Autorin) Vier meiner Chaospunkte hole ich aus der Kiste.

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