Freitag, 9. Dezember 2016

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Thomas Pyczak - Ende der Welt

Gestern konntet ihr bei Nicole über die Veränderung lesen, heute geht es bei mir um das Thema

Die Reise

Reisen, eines der Lieblingshobbies des Autors und begonnen hat er intensiv damit nach Beendigung seines Jobs als CEO (Geschäftsführer  bei *CHIP – Print und Digital*), als er neue Herausforderungen suchte. So betätigte er sich ab 2014 als Autor und meint, um schreiben zu können, muss man reisen.
Selber sagt er über diese Momente: >>Es wurde Zeit für etwas Neues, das zugleich an meine bisherigen Jobs anknüpfte. Autor sein, Erzähler, Storyteller – und Reisender.<<


Er weiß also, wovon er redet, wenn er die südlichste Stadt Argentiniens

 
beschreibt und hat folgende Gedanken zu seinem Erstlingswerk:
 >> Reiseroman. Liebesgeschichte. Thriller. Ende der Welt hat viele Facetten und ist doch vor allem eins: die fesselnde Geschichte der Suche nach der eigenen Identität. Das verbindet alle Figuren in diesem Roman – macht sie zu Freunden oder zu erbitterten Gegnern.<<


Eine der Figuren in seinem Roman ist André, der sein Studium unterbricht und seine Freundin verlässt Anfang der 1990er Jahre, um einen für ihn fremden Kontinent zu bereisen und zu erfahren. Er fliegt von Hamburg, seiner Heimatstadt, nach Seattle und landet nach ca. vier Monaten in Ushuaia [uˈswaʝa] 


Copyright Thomas Pyczak

Für mich einfach viel zu wenig Zeit, um wirklich Land und Leute kennenzulernen, denn es handelt sich immerhin um eine Entfernung von ca. 9.500 Meilen oder knapp 14.000 Kilometern, Luftlinie wohlgemerkt.

Aber vielleicht wollte André gar nicht wirklich den ganzen Kontinent erleben, erfahren, erforschen?

Wir werden es nicht erfahren, denn André kehrt nie nach Hamburg zurück, er schreibt in Ushuaia noch knapp zwei Wochen lang Tagebuch, eine Ansichtskarte an seine Freundin im fernen Deutschland und verschwindet dann …..
Andererseits zeigen seine täglichen Gedanken, dass er an seinem - für ihn vermeintlich vorläufigen – Ziel nicht nur eine, seine Reise zunächst beendet hat, sondern dass er auch aufgrund verschiedener Bekanntschaften

Copyright Thomas Pyczak

die er am Ende der Welt macht, beginnt in sein Inneres zu reisen. Diese Überlegungen zerreißen ihn fast und seine letzte Kontemplation lautet: >>Am Ende bist du, was du bist.<<


Die zweite der Hauptfiguren ist Stella, die Freundin, die er in Hamburg zurückgelassen hatte. Sie reiste hochschwanger kurz nach Andrés Verschwinden schon nach Ushuaia, musste aber unverrichteter Dinge wieder zurück, vergessen hingegen konnte sie den Geliebten nie, dafür sorgt schon Jan, beider Sohn, der von ihr wenig bis nichts über seinen Vater erfahren hat.
Auf einer gemeinsamen Kreuzfahrt


Copyright Thomas Pyczak

landen Mutter und Sohn 22 Jahre nach dem Verschwinden von André am Ende der Welt


Copyright Thomas Pyczak

und ehe das Schiff wieder ablegt, ist auch von Jan keine Spur mehr zu finden, so dass Stella das Nötigste zusammenpackt und sich eine Unterkunft sucht. Diesmal will sie nicht so schnell aufgeben und ohne Jan nicht nach Hause zurückkehren.

Sie hat es nicht leicht, findet wenig bis keine Hilfe, so dass sie ganz auf sich angewiesen ist. Das führt dazu, dass Stella viel nachdenkt. Über sich, ihre damalige Beziehung zu André, ihre jetzige Beziehung zu Jan.

War es richtig, ihm so wenig von seinem Vater zu erzählen?
War es zweckdienlich, mit ihm diese Kreuzfahrt zu unternehmen?
Hat sie ihr Leben makellos gelebt?
Was hätte sie anders machen sollen, machen können?

Egal, wie die – sie voll und ganz beherrschende – Begebenheit am Ende der Welt ausgeht, Stella wird vieles klar, denn das Geschehen hilft ihr, zu sich selber zu finden, bzw. sie auf den Weg zu sich zu schicken und sie kann Konfuzius zustimmen: >> Der Weg ist das Ziel.<< und auch für sie wird wahr, was behauptet wird >> Das Ende der Welt wird dich verändern. Es verändert jeden. Von hier aus ist alles Anfang. Wer am Ende der Welt war, muss sich neu finden, neu erfinden.<<


Als dritte wichtige Person möchte ich Robert nennen, einen gebürtigen Österreicher, der André seine Geschichte erzählt. Robert war vor vielen Jahren als Student der Völkerkunde in Ushuaia gelandet.
Zusammen mit seinem Freund Hermann hat er damals die Eingeborenen, die
Yámana



Copyright Thomas Pyczak
 
die heute fast ausgestorben sind, erforscht. Zurückgekehrt ist er allerdings alleine, denn Hermann verliebte sich in eine Stammesangehörige, was in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts bei den Eingeborenen ein schwerer Frevel war, sodass auf der Rückfahrt über das Meer, das zwischen Ushuaia und Puerto Arenas, wo sie gestartet waren, am rauesten und mörderischsten ist, Opfer eines *Unfalles* wurde und ertrank.

Dieses Unglück verfolgte Robert jahrelang und er konnte nicht umhin, seinen Lebensabend auf Ushuaia zu verbringen. Er sagt: >>Wer eine Geschichte von den Indianern erzählt, der erzählt auch immer eine Geschichte von sich.<<


Es gibt noch eine oder zwei relevante und signifikante Menschen in diesem Buch, doch ihr sollt neugierig werden darauf und ich hasse Spoiler, also schweige ich mich über sie aus.


Nicht unbedingt erforderlich ist es allerdings, bis in die südlichste Stadt Argentiniens zu reisen


Copyright Thomas Pyczak

es reicht vollkommen aus, das Buch von Thomas darüber zu lesen, denn was er sich mit seinen Büchern am meisten wünscht, ist Resonanz: >>Dass Leser ein Echo ihres eigenen Lebens und ihrer Ansichten in meinen Büchern hören. So klingen meine Worte vielleicht in ihren Gedanken und Herzen ein wenig nach.<<


Und somit hoffe ich, ein bisschen Reiselust in euch geweckt zu haben, nicht unbedingt in ferne Welten und Länder, sondern gerade jetzt in der besinnlichen Adventszeit, die ja leider immer hektischer wird und mit Besonnenheit, Stille und Beschaulichkeit so gar nichts mehr zu tun hat, euch an die Wurzeln zu erinnern und innezuhalten, in euch zu gehen und eine Tour durch euer Leben zu machen oder zumindest durch die letzte Zeit, vielleicht entdeckt ihr da so manche Überraschung.

Eventuell kann euch das Buch, bzw. der Weg von Stella, Jan und André dabei behilflich sein, denn der Autor steckt sein Buch lieber in die Schublade Ü wie Überraschung statt in E wie Ernst oder U wie Unterhaltung, weil nämlich seine >>ursprüngliche Idee war: Thomas, schreib doch spannende Unterhaltung mit Tiefgang.<<

Die Reise ins eigene Ich ist mit ganz viel Tiefgang verbunden, wer Angst davor hat, diesen Weg alleine zu gehen, sollte sich aber auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen.


Ach, wer sich etwas mehr mit Thomas


Copyright Stefan A. Schuhbauer

identifizieren will, schafft das eventuell, wenn er beim Lesen diesen Buches seine Playlist ablaufen lässt.


Morgen wird euch Marie über „Die Fremde“ berichten, vorher allerdings habt ihr noch Gelegenheit beim Gewinnspiel mitzumachen. Jeden Tag der Tour habt ihr die Chance einen der tollen Preise zu euch nach Hause zu holen, die Thomas von seiner erst kürzlich beendeten Reise nach Afrika mitgebracht hat.

Beantwortet einfach die Frage per Mail an blogtour@mainwunder.de und seid live dabei, wenn der Autor während der Lesung abends von 19 bis 20 Uhr den Gewinner/ die Gewinnerin zieht.

Was bedeutet „Ushuaia“ übersetzt?
 
Vielleicht können schon bald diese Maske, das Armband und die Kette dir gehören
 
Copyright Thomas Pyczak


Kommentare:

  1. ein schöner Artikel
    ist doch toll geworden.

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  2. Liebe Gabi,

    Dank Manuela habe ich hier her gefunden, wie schön. Dieser Beitrag ist interessant zu lesen und macht mir wirklich Lust auf meine persönliche Reise zu gehen.

    Für deinen Jungen Blog lasse ich dir meine besten Wünsche da und komme sicher bald zum erneuten Stlbern vorbei.

    Liebe Grüße

    Nisnis von Nisnis's Bücherliebe

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    1. Danke dir, würde mich freuen, wenn du mal wieder vorbeikommen würdest

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