Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension --> Subina Giuletta - Tropfen im Ozean



Gemischte Gefühle hatte ich bei diesem Buch, war mehrmals kurz davor abzubrechen und habe es doch bis zum (glücklicherweise nicht bitteren) Ende gelesen.

Im ersten Teil erzählt die Protagonistin einem geheimnisvollen Fremden ihr bisheriges Leben, in der Mitte des Romans hilft dieser namenlose andersartig erscheinende Alte der ebenfalls ohne Namen agierenden Hauptdarstellerin ihre Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und loszulassen, sich selber zu finden und zum Ende hin wird dann das teilweise neue Leben geschildert.

Langwierig war das erste Drittel, denn das Leben der Zentralfigur ist teilweise sehr unverständlich, sie lässt sich quasi von jedem erniedrigen ohne es selber in die Hand zu nehmen und etwas Besseres daraus zu machen, jeder hat es doch selber in der Hand, sein Leben, so dass ich hier schon fast aufhören wollte zu lesen (aber ich hab da so ein selbst gesetztes Limit, ehe ich ein Buch abbreche *zwinker), also tapfer weitergelesen, denn irgendwie war es schon interessant und unterhaltend.
Und so fing es auch im mittleren Abschnitt an, anregend und nachdenklich machend. Allerdings zog sich diese meditative, esoterische Passage sehr in die Länge, machte mich zwar besonnen, aber nach etlichen Wiederholungen wollte ich erneut .... ihr wisst schon ..... das Wort Abbruch stand wieder ganz groß vor meinem inneren Auge. Da die Hoffnung aber bekanntlich zuletzt stirbt, quälte ich mich durch, ja tatsächlich, der Mittelteil war teilweise Qual, aber ich hatte - weil mir das Bild von dem Tropfen im Ozean doch sehr gut gefallen hat - in einem Kapitel im Schlussabschnitt quergelesen und war dann doch sehr neugierig, wie *Jane Do* ihr Leben weiterführen wird.
Tatsächlich hat mich das letzte Drittel dann noch begeistern können, denn es zeigt, dass die "Heldin" gelernt hat und dem Leben positiv gegenüber steht, versucht ihre neuen Gedanken zu sich und dem Dasein an sich umzusetzen.

Keine Frage, die Geschichte als solche ist gut, die Frage ist nur, ob sie in anderer Umsetzung nicht etwas lesenswerter gewesen wäre *grübel


Subina schreibt im Großen und Ganzen leicht verständlich, allerdings sind ihre Inhalte teilweise so tiefgründig, dass Leser, die sich vom Titel (und dem alten Cover, das ich noch auf meinem Kindle habe und euch nicht vorenthalten möchte)


einen locker leichten Liebesroman erhoffen, sicher total gefrustet zeigen und das Buch in die Ecke legen (oder gar vom Reader löschen), was es definitiv nicht verdient.
Ihr merkt, ich bin immer noch zwiegespalten und werde mich gedanklich sicher noch länger mit so manchen Abschnitten befassen. Allen voran den "Lessons", woraus ich gerne noch ein Zitat loswerden möchte >>Ghandi hat gesagt: Was immer du tust, ist unbedeutend, doch es ist wichtig, dass du es tust.<<

In diesem Sinne muss ich ja nun meine Meinung zusammenfassen und lande bei drei Chaospunkten.


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