Samstag, 7. Januar 2017

Dies und Das --> Was macht ein Korrektor oder Lektor?

Diese Frage stelle ich mir gerade fast jeden Abend, da ich innerhalb kürzester Zeit das zweite Buch zum Testlesen in den Fingern habe, mit der Bitte, bei Ungereimtheiten oder falscher Rechtschreibung dies doch bitte dem Autor noch vor Veröffentlichung mitzuteilen.

An sich kein Problem für mich, mach ich gerne und ich habe inzwischen einen *Autorenstamm*, deren *Mitglieder* immer gerne anfragen und für die ich auch alles liegen lasse.

Aber wenn ich dann manchmal so vor mich hin lese, kommt eben - nicht immer, aber immer öfter - oben genannte Frage in meinen Kopf. 

Nein, ich will die Arbeit der Lektoren nicht herabwürdigen, da steht ganz sicher mehr dahinter, als das, was ich mache. 

Ich lese ein Buch und meine Adleraugen erspähen immer Fehler, sei es rechtschreibtechnisch, grammatikalisch oder logisch, für deren Weitergabe die Autoren sehr dankbar sind, aber ich denke, dass die Lektoren eben genau das tun sollten, denn sie bekommen Geld dafür, im Gegensatz zu mir, die in der Danksagung erwähnt wird und manchmal ein Print als Freiexemplar erhält. Natürlich freue ich mich darüber und sage *meinen* Autoren dafür ein herzliches Dankeschön.
Aber wenn ich das als *Beruf* machen würde, also als bezahlte Lektorin oder Korrektorin, dann müsste ich doch gucken, das ordentlich zu tun. Klar, sind wir alle nur Menschen und das eine oder andere kann durchrutschen, aber was ich zum Testlesen in die Finger bekomme sollte *sauber* sein. Oder stelle ich da zu hohe Ansprüche?

Fakt ist, dass ich inzwischen schon kein Buch mehr lesen kann, ohne irgendwelche Fehler zu entdecken. Und das nicht nur bei meinen geliebten Selfpublishern, sondern auch bei Büchern aus großen Verlagen, die ich durchaus ab und an auch noch lese, siehe Button *Ich lese gerade*


Finde ich allerdings so viele *Ungereimtheiten*, dass meine Korrekturen eine DIN A 4 lang sind, bei einem Buch, das gedruckt 200 - 300 Seiten hat, steht sie wieder vor mir, DIE Frage ;)

Und nebenbei taucht noch eine auf ... Warum verdiene ich mir nicht noch was dazu zu meiner Rente? Das wäre doch der ideale Job für mich. Ich würde im Warmen sitzen, könnte meinem Lieblingshobby nachgehen und ab und an würde mein Konto aufgefüllt.


Der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren sagt zum Beispiel
>>Als Nachweis des fachlichen Könnens gelten insbesondere:
Veröffentlichungen im Gesamtumfang von mindestens 1000 Normseiten, die von der/dem Betreffenden nachweislich lektoriert, redigiert und/oder korrigiert wurden .... <<

Diesen Nachweis könnte ich locker erbringen *lach. Ich muss da mal drüber nachdenken .....

Immerhin sagte neulich erst eine der Lektorinnen, die ein Buch vor mir in der Mangel hatte, ich sei ein Genie .....

Kommentare:

  1. Huhu Gabi,

    eine interessante Frage und Überlegung. Denn auch mir als "nur" Leserin kommen oft Ebooks oder auch gebundene Bücher in die Finger ....wo ich denke....ach Gott nee!!

    Und ich bin jetzt wirklich kein Grammatik-Fan......

    Ich denke, da kommt auch der Zeitgeist durch der sagt ist muss billig sein, also spart man einfach am Lektor.

    In der Hoffnung es wird schon alles gut gehen...

    So sehe ich zumindest die Sache.

    LG..Karin...

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    1. Manchmal denke ich auch so, liebe Karin, aber wenn denn dann ein lektoriertes Buch in meine Finger fällt und ich trotzdem noch seitenweise Fehler finde, frage ich mich eben, wofür derjenige sein Geld bekommen hat.

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  2. Hallo,
    so ein Lektor ist teuer, wenn man ihn selbst bezahlen muss. Wenn man mit seinen Werken bisher eher nichts bis gar nichts verdient (und das bisschen Kohle, was man "scheffelt" auch noch für einen guten Zweck hergibt, weil man das Ganze eh für ein Hobby hält, das sich finanziell weder lohnt noch rechnet), dann überlegt man (oder frau) sich das dreimal. Oder besser: Frau überlegt erst dann, ob es sich lohnt, wenn sie von irgendwoher eine Bestätigung dafür erhält, dass es überhaupt erforderlich oder lohnend sein könnte. Ansonsten ist sie halt froh über jeden Tipp, den sie von netten Mitmenschen erhält, die ihr die kleinen übersehenen Fehlerchen hier und da mitteilen ...
    Im Gegenzug habe ich selbst schon oft genug kostenlose Korrekturtipps und inhaltliche Hinweise verteilt, weil ich weiß, wie wertvoll das für die Autoren ist.

    In diesem Sinne: Hut ab, Gabi! :)

    Und: Entschuldige schon mal im Voraus, dass mein Rezi-Exemplar des Fantasten noch Fehler enthält - ich hab bei der eBook-Ausgabe (und auch bei der jetzt bestellbaren Printausgabe) bereits einige korrigiert und auch das Impressum vervollständigt. Aber das klappt bei den bereits vorliegenden Exemplaren irgendwie nicht mehr so gut ... ;-)

    Viele Grüße
    Michaela

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    1. Danke Michaela für den Hut und kleine übersehene Fehlerchen stören mich ja auch gar nicht, wir sind alle nur Menschen und nur, wo was getan wird, geschehen auch Fehler.

      Und mach dir keine Gedanken wegen des Fantasten, ich feue mich ja, dass du uns ein Buch zur Verfügung stellst und meistens bin ich ja die Einzige, die noch fündig wird *seufz

      Manchmal möchte ich einfach ein Buch lesen, aber sie springen mich an, diese Fehler. Ärgert mich ab und an auch richtig *snief

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    2. Ah, dies ist nun der dritte Versuch, zu antworten - nachdem ich beim ersten Mal statt auf "Absenden" auf "Abmelden" geklickt hab, beim zweiten Mal meine URL gesucht und dafür die Seite verlassen hab und nun hoffe, diesen Text endlich zu beenden!!!

      Gabi, mir geht es ähnlich wie dir - nur, dass ich zwar gewohnt bin, Fehler zu korrigieren, sie bei Bedarf aber auch großzügig ignorieren kann. Weil ich meine kostbare Freizeit nämlich lieber schreibend verbringe und ein kostenloses Korrektorat / Lektorat nicht einsehe. Dort, wo wirklich nur ein paar Flüchtigkeitsfehler sind, gebe ich gern Rückmeldung, aber wenn´s zu viel wird, melde ich halt bloß zurück, dass eine Überarbeitung generell angeraten ist.

      Man muss Prioritäten setzen :-)

      Ich denke schon, dass du es schaffst, deine für dich passend zu setzen. Und lass dir nichts einreden - du machst das schon richtig!

      LG Michaela

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