Montag, 30. Januar 2017

Interviews --> Carin Müller

Weil Carin sooo schnell war mit ihren Antworten, muss ich euch natürlich auch ganz schnell teilhaben lassen. Sie war für mich die nächste Sofaautorin, weil sie gerade für ihr neuestes Werk Testleser suchte, ich mich beworben hab und bei der Gelegenheit gleich mein Anliegen vorbrachte.
Natürlich haben wir uns auch ganz kurz auf der letzten Buchmesse unterhalten, ich hab immerhin im Messemagazin ihr Autogramm*freu, aber das war viel zu flüchtig und so werde ich auf jeden Fall im Oktober ganz genau aufpassen, ob mir diese Strahlefrau noch mal über den Weg läuft.




Steckbrief
Name: Carin Müller
Geboren am/ in: 15. Oktober 1971 in München
Wohnort: Frankfurt
Familienstand: verheiratet
Kinder: eines mit vier Beinen und vielen Haaren


Am liebsten hab ich: das Meer

Gar nicht mag ich: Ignoranz

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Ich versuche mich mal an einer Kurzfassung: Ich bin ein echtes Münchner Kindl und konnte mir NIE vorstellen, woanders zu leben. Doch dann traf ich vor fast 15 Jahren meinen Mann, einen Kölner, der in Frankfurt lebte. Weil Fernbeziehungen anstrengend sind, bin ich 2003 schweren Herzens von der Isar an den Main gezogen. Inzwischen bin ich in der Buchmessestadt aber absolut heimisch und kann mir kaum noch vorstellen, an einem anderen Ort zu wohnen. Seit gut acht Jahren bereichert auch Airedale Terrier Toni unser Leben – übrigens der einzig echte Hesse in der Familie.


Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Zum Schreiben bin ich gekommen, weil ich in der ersten Klasse dazu gezwungen wurde. Doch im Gegensatz zu vielen anderen, hat es mir wirklich sehr schnell sehr viel Spaß gemacht. Meine erste fiktionale Geschichte habe ich in der dritten Klasse verfasst. Eine erfundene Erlebniserzählung über die just vergangenen Ferien. Die hatte ich bei meiner Oma verbracht, fand das aber zu öde für einen Aufsatz. Donald Trump würde das heutzutage als "alternative Fakten" bezeichnen, meine Klassenlehrerin bestellte damals jedoch lieber meine Mutter ein... Zwischendurch wollte ich auch mal Tierärztin oder Raumschiffkapitänin werden, habe aber schnell gemerkt, dass ich durchs Schreiben viel mehr Freiheiten habe. Bereits während meines Germanistikstudiums habe ich als Reporterin bei diversen Münchner Radiosendern gearbeitet. Danach habe ich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert und anschließend noch in zwei Werbeagenturen gearbeitet, ehe ich mich vor gut 17 Jahren selbständig gemacht habe – als freie Journalistin und Autorin. Schreiben ist also nicht nur meine Leidenschaft, sondern vor allem mein Beruf.
Soweit zum einfachen Teil der Frage. Komplizierter wird es bei der Frage nach dem Genre, da ich nicht nur "ausgerechnet dieses" bediene, sondern recht vielseitig unterwegs bin. Meine ersten beiden Romane "Mopsküsse" und "High Heels und Hundekuchen" (2009 und 2012 bei Goldmann erschienen) sind klassische romantische Komödien. Es folgten "Gefühlte Wahrheit" und "Hundstage" (beide 2014 als Selfpublisher), die schon nicht mehr so einfach zu kategorisieren sind. Humorvoll sind beide, aber "Hundstage" würde ich als Tier-Comedy bezeichnen, während "Gefühlte Wahrheit" am ehesten eine Liebesgeschichte mit Geist ist – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. "Problemzonen" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Kolumnen, die vorrangig meinen beiden Blogs entnommen sind. Letztes Jahr erschien bei Droemer Knaur "Tage zwischen Ebbe und Flut" – ein Familienroman, der sich um Alzheimer dreht. Also alles schon ziemlich heterogen.
Doch weil mir das als Abwechslung noch nicht reicht, habe ich auch zwei Pseudonyme. Als Charlotte Taylor schreibe ich die prickelnde Serie "Hot Chocolate" (inzwischen 11 Teile, bei Bastei Lübbe) und als Nirac Rellum (das ist Carin Müller einfach auf links gedreht) gehe ich meiner geheimen Leidenschaft für Science Fiction nach. Da kommt am 15.2. der Kinder-Kurzroman "Ferien auf Tarkanus X" heraus.
Ich interessiere mich einfach für viele unterschiedliche Dinge und kann mir nicht vorstellen, dass ich immer nur ein Genre bediene. Aktuell arbeite ich an drei sehr unterschiedlichen Projekten.



Du bist tatsächlich vom Schreiben her sehr vielseitig *staun, was mir noch fehlen würde, wären Krimis oder gar Thriller *zwinker
Wird da auch noch was kommen?
Ich fürchte ja … Nein, im Ernst – ich plane im Moment tatsächlich einen Krimi. Allerdings eine Krimikomödie mit tierischem Protagonisten. Thriller und Horror würde ich Stand heute ausschließen, aber wer weiß, was nächstes Jahr ist. Oder in zehn Jahren ...



Von M nach F, hast du nie überlegt, mal auf dem Land zu leben?
In München habe ich meist am Stadtrand gelebt, was eine wirklich merkwürdige Hybridform zwischen Stadt und Land ist – möchte ich nicht mehr. Wenn, dann wirklich am Land – aber das ist auch nur eine theoretische Überlegung, die ich gerne mal im Urlaub teste und dann SEHR froh bin, wenn ich wieder zuhause mitten in der Stadt bin. Ich fürchte, ich bin ein echter Stadtmensch.



Toni und das Meer …. Liebt er es genauso wie du? Wo und wie verbringt ihr eure Urlaube?
Toni ist verrückt nach Meer! Ich liebe zwar auch Fernreisen und mache sehr gerne Kreuzfahrten, aber wir fahren mindestens einmal im Jahr mit Hund an die Nordsee, damit er sich dort nach Herzenslust austoben kann.



Freundlicherweise stellte Carin Bilder von Toni am Strand zur Verfügung (sooo viel Fell hat so ein Airedale Terrier gar nicht, wie sie oben behauptet ;) ). Auf dem zweiten hat er ganz zufällig eine Artgenossin getroffen, was das Toben am Strand gleich noch viel schöner machte.


Wenn ich das jetzt richtig gelesen habe, hast du bisher mehr Bücher als Verlagsautorin veröffentlicht als als Selfpublisherin. Was machst du lieber? Wo siehst du die Vor- und Nachteile?
Ich mache beides gerne und beide Publikationsformen haben Vor- und Nachteile. Am Selfpublishing schätze ich aber besonders die Flexibilität und die Freiheit. Ich kann schreiben was ich will und veröffentlichen wann ich will – unterliege also keinen Programmzwängen. Da kann ich dann auch mal so abseitige Dinge ausprobieren wie eine Kinder-Science-Fiction-Geschichte, wo jeder Verlag entsetzt abwinken würde. Vermutlich sogar zurecht, denn die Zielgruppe dürfte recht überschaubar sein. Das ist mir bewusst, aber ich hatte Lust auf diese Geschichte, also habe ich sie gemacht.

Vielen herzlichen Dank, liebe Carin, für deine schnellen Antworten und für dein Vertrauen, mir deinen Jugendroman in die Hand zu geben. Selbstverständlich bekommst du eine Rezension, sobald er veröffentlicht ist und bei der nächsten Messe unterhalten wir uns dann ausführlicher. Vielleicht hab ich bis dahin auch mehr von dir gelesen. Ich. Brauch. Einfach. Mehr. Lesezeit.!!!


Kommentare:

  1. Huhu Gabi,

    das ist doch die nette Autorin, die so tolle Geschichten mit Hunden schreibt oder?

    LG..Karin...

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    1. Also Geschichten mit Hunden schreibt sie und nett ist sie auch ;)
      Ich hab ja - leider - noch nichts von ihr gelesen, außer jetzt dem bald erscheinenden Jugendroman, wird aber im Lauf des Jahres nachgeholt ;)

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  2. Hallo Gabi,

    nun ich habe die Geschichte mit Tobi, dem Hund und den anderen noch echt ungewöhnlichen Freunden wie der Nerzin oder dem Goldfisch schon gelesen und fand ich Geschichte, echt zum Teil abgefahren, trollig und herzig.

    Mir kam auch der Hund irgendwie bekannt vor, nur hat mein Buch...Ebook noch die alte Covergestaltung ...augenzwickern..

    LG..Karin..

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