Samstag, 14. Januar 2017

Interviews --> Viola Plötz aka Violet Truelove aka Ava Innings

Erlebt habe ich sie auf dem Sofa, erst virtuell, dann in echt während der Buchmesse 2016 und da ich sie euch ja alle noch vorstellen will, die Sofaautoren, dachte ich, ich mach mal mit ihr weiter, da sie eines der Gründungsmitglieder ist, auch wenn sie sich dieses Jahr etwas auf ihre Gesundheit besinnen will. Auch sind einige ihrer Bücher auf Wanderschaft, bzw. warten darauf endlich loslaufen zu dürfen. Und wer dann in Waldems mal auf sie hier trifft, darf sie sicher gerne ansprechen


Steckbrief
Name: Viola Plötz alias Ava Innings und Violet Truelove
Geboren am: 20.11.1979
Wohnort: Waldems im Taunus
Familienstand: verheiratet
Kinder: zwei


Am liebsten hab ich: das Meer, meine Familie, die Sonne, den Wind, Sex, Segeln und Surfen.

Gar nicht mag ich: Intoleranz, Krieg, Hass, Neid und Leute, die ständig über andere urteilen.

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben:
Ich habe den Blarney-Stone
geküsst, weil er in einem Roman vorkam.
Ich liebe Marzipan, Lakritze, Schokolade, Gewitter, Stürme und Vollmond, doch noch mehr die Iron Brothers und das Meer.
Ich habe zwei Tattoos (eines auf der rechten Schulter und eines am rechten Knöchel). Joe aus meinem Roman „Waves of Love – Joe: Sog der Leidenschaft“ trägt das gleiche Tattoo auf der Schulter.
Ich bin verrückt nach Musik und jeder Roman, den ich bisher geschrieben habe, hat eine eigene Playlist (manche Songs habe ich auf *repeat* gehört, um in einer gewissen Stimmung zu bleiben – einen über 800 Mal).
Ich bin ein Freak, wenn mich ein Thema packt, dann sauge ich alles, was ich dazu in die Finger bekomme, wie ein Schwamm auf und obwohl ich ein Gedächtnis wie ein Sieb habe, bleiben manche Dinge erhalten, daher kann ich fast alle Lieder aus „Die Mädels vom Immenhof“ und die erste Seite des Buchs „The Outsiders“ wiedergeben.
Ich kann auch singen (nicht schön, aber selten).
Ich glaube an Seelenverwandtschaft, an ein Leben nach dem Tod und daran, dass nichts ohne Grund geschieht.
Zahlreiche Figuren, die ich im Laufe der letzten 20 Jahre erschaffen habe, hatten eine Gehbehinderung. 2015 hatte ich einen schweren Surfunfall. Zwei Wochen vorher habe ich Rory aus „Waves of Love – Rory: Vermächtnis der Angst“ geschrieben – daher hinken Rory und ich etwas. In meinem zertrümmerten Bein befanden sich eineinhalb Jahre lang 12 Schrauben und eine Platte, Ende November 2016 wurde alles entfernt.



Vor Kurzem habe ich Teil Vier der Waves-of-Love-Reihe fertiggestellt. In diesem Band stirbt Joes Zwillingsbruder Russel bei einem Autounfall – vier Tage später hatte ich einen schweren Autounfall. Ich dachte zwar, ich müsste sterben, es ist jedoch nicht wirklich etwas passiert. Ich habe einen Schutzengel. Manchmal streite ich mit ihm. Als ich das letzte Mal aus der Narkose erwacht bin, habe ich nach ihm gefragt.




Mein Lieblingszitat ist von Albert Camus, es lautet: „In den Tiefen des Winters erfuhr ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt“.
Ich habe schwere Schlafstörungen und bin ziemlich tollpatschig.
Ich habe noch nie illegale Drogen genommen.
Ich hasse es die Kontrolle zu verlieren.
Ich war erst dreimal in meinem Leben richtig betrunken. Ein Mal davon auf meiner Hochzeit – ich hatte zwar alkoholfreien Sekt für mich bereitlegen lassen, bekommen habe ich jedoch den normalen.
Ich kenne meinen Mann seit siebzehn Jahren. Ich habe ihn in seinem Laden kennengelernt, als ich fragte, wie ich bezahlen kann, erwiderte er: „Mit deinem Erstgeborenen.“
Ich habe zwei Kinder, zwei Katzen, kein Auto – obwohl ich das Autofahren liebe – und stehe auf Actionfilme.
Ich bin sehr neugierig und schnell gelangweilt.
Ich probiere gerne neue Dinge aus und behaupte meistens, dass es Recherche und absolut notwendig war.
Ich bin ungeduldig.
Mein Lebensmotto ist: Ganz oder gar nicht.
Ich bin extrem und fühle mich oft unverstanden.
Ich liebe meinen Mann, er ist mein bester Freund und er ist unglaublich verständnisvoll.



Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Ich habe mit zwölf Jahren die ersten Schreibversuche unternommen und mich dann die nächsten 20 Jahre durch alle Genres gearbeitet. Weil Sex ein großer Bestandteil meines Lebens ist und ich finde, dass er auch in meinen Büchern vorkommen muss, kollidierten meine Fantasien meist mit dem Genre und dem Plot und so bin ich zwangsläufig beim Liebesroman gelandet. Als Violet bin ich noch recht harmlos, obwohl ich das Kind schon beim Namen nenne.



Als Ava geht es dann doch etwas wilder zu.

WOW! Danke für die ausführliche Antwort auf Frage 1, da kann ich viel rausholen ;) Auf geht`s:

Schade, dass ich vom Blarney Stone bei meinen Irland Besuchen nichts wusste, trotzdem liebe ich dieses Land und habe inzwischen den dritten waschechten in vierbeiniger Form im Haus ;)

Bist du extra wegen des Steines nach Irland gereist oder hast du ihn besucht, weil dich Irland eh fasziniert hat?
Nein, ich nicht extra wegen des Steins nach Irland gereist. Ich war schon als pferdevernarrter Teenager dort, weil ‚unsere’ Ponys daher kommen. In dem Dorf, in dem wir aufgewachsen sind, gibt es ein Connemarapony-Gestüt und weil das echt ganz großartige Tiere sind, wollten meine Schwester und ich dann unbedingt mal dorthin in den Reiturlaub. Ich habe mich sofort verliebt und war danach mehrfach in Irland im Urlaub. Irgendwann bin ich dann über das Buch ‚2XS’ von Nigel Findley (ein Shadowrun Roman) gestolpert und da kam der ‚Blarney Stone’ vor. Und weil mir der Roman so gut gefallen hat, musste ich bei meinem nächsten Irlandbesuch dort einen Zwischenstopp machen. Der Nachfolgeband spielt übrigens auf Hawaii und heißt ‚Haus der Sonne’. In meinem Roman ‚Ein Surfer zum Verlieben’ gibt es auf Oahu eine Cocktailbar, die ‚2XS’ heißt. 


Was zeigt dein Tattoo auf der Schulter und hat es einen für dich wichtigen Hintergrund oder eine besondere Bedeutung?
Es ist der Songtext von ‚You and Me’, beziehungsweise ist dieser Auszug davon:


„They say everything it happens for a reason
You can be flawed enough but perfect for a person
Someone who will be there for you when you fall apart
Guiding your direction when you're riding through the dark.“


Als ich den Song zum ersten Mal gehört habe, war ich kurz vor Ende meines zweiten Romans (Ein Fotograf zum Verlieben) und ich war ziemlich krank. Das ganze Thema hat mir ziemlich zugesetzt und der Song passte wunderbar dazu. Direkt danach habe ich wie besessen an Safeword ‚Wipe-Out’ (Inzwischen Waves of Love: Joe – Sog der Leidenschaft) geschrieben und auch da passte der Text, auch wenn die Thematik eine völlig andere war.
Joe verliert ihren Zwillingsbruder, ihre Welt fällt auseinander und sie versinkt in Depressionen. Sie empfindet sich selbst als gebrochen und sieht kein Licht in der Dunkelheit und sie hat niemanden an ihrer Seite bis sie Brad begegnet. Also bekam Joe das Tattoo auf die rechte Schulter und weil ich mich manchmal auch so fühle und ich es stimmig fand, habe ich es mir ebenfalls stechen lassen.
Dabei ist der Tätowiererin jedoch ein Schreibfehler unterlaufen. Aus dem ‚A’ bei ‚flawed’ (was soviel wie kaputt, gebrochen, beschädigt heißt) wurde ein ‚U’. Sie konnte es im nachhinein noch ändern und für mich war es wie eine Botschaft vom Universum, dass man vielleicht denkt, dass man gebrochen und kaputt ist, es aber eigentlich nicht ist. Das war ganz wichtig für mich.


Was ist auf deinen Playlists an Musik zu finden, verrate doch ein paar Beispiele und welcher war der Song, den du 800 Mal mit *repeat* gehört hast?
Den Song, den ich so wahnsinnig oft gehört habe, war ‚Oceans (Where Feet May Fail)’ von Hillsong UNITED. Es ist eigentlich ein sehr religiöses Lied, allerdings höre ich es wahnsinnig gerne, wenn ich Sexszenen schreibe, weil darin eine unglaubliche Hingabe mitschwingt, die mir als Transmitter dient. Wenn ich diesen Song höre, dann bin ich sofort in der Emotion drin und offensichtlich schreibe ich viele Sexszenen *lol


Sonst gibt es da wahnsinnig viele Songs aus surffilmen, die man so gar nicht kennt:

- Vampire (People In Planes)
- Broken (feat. Gavin Clark) (UNKLE)
- Tongues (feat. Kopps) (Joywave)
- Rusted Wheel (Silversun Pickups)
- Tick Tick Boom (The Hives)


Von Interpreten die man so kennt wäre da beispielsweise:
– The Sound of Silence (Disturbed)
– Human (Rag'n'Bone Man)
– Love My Life (Robbie Williams)


Du liebst das Meer, das Surfen und das Segeln (wir haben viel gemeinsam fällt mir da so auf ;) ). Auf welchen Meeren warst du schon unterwegs und welche Länder hast du dabei kennenlernen dürfen?
Ostsee (wobei ich die nicht als Meer empfinde, denn da fehlen mir einfach die Wellen - Anmerkung der Redaktion: DAS ist genau mein Satz und ich musste heftig lachen, als ich ihn lesen konnte) und Nordsee, Mittelmeer und Atlantik. Gesegelt bin ich bisher nur einmal, fand es aber unfassbar toll und zwar in Portugal die Algarve entlang.


Surfen war ich in England, Spanien (Kanaren) und Portugal, Windsurfen in Holland. Das Mittelmeer, das für mich aber auch nicht wirklich befriedigend ist, habe ich bei Italien- und Frankreichurlauben kennengelernt. Als Jugendliche war ich ein paar Mal in Amerika (Florida, Nevada sprich Las Vegas, Arizona, Montana und Alaska) und Kanada.




Vielen herzlichen Dank, liebe Vio für deine Zeit und deine ausführlichen Antworten. Wir haben sehr viel gemeinsam und ich hoffe, es klappt tatsächlich im Sommer mit der Lesung in meinem Garten ;) Dann musst du allerdings ganz viel Zeit mitbringen, damit wir unsere Übereinstimmungen noch ausführlicher bequatschen können. Ich freu mich drauf ;)



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