Sonntag, 19. Februar 2017

Interview --> Katharina Burkhardt

Katharina entdeckte ich durch ihren Roman "Ebbe und Glut" und wusste quasi nichts von ihr. Mich reizte einfach ein Buch, das in Hamburg spielt und wie ihr meiner Rezension entnehmen könnt, war ich hin und weg, ebenso von ihrem zweiten Buch "In meinem Herzen nur du". Wir hatten dann lockeren Kontakt bei FB und irgendwie wartete ich nur auf eine Neuerscheinung.
Um so erstaunter war ich beim Bloggertreffen auf der Buchmesse am Stand des "Autorensofas", dass sie dazugehörte.
DAS war mir irgendwie vollkommen entgangen (aber ich kann es ja immer auf mein Gen schieben, ihr wisst schon, das mit dem Chaos ;) ) und da sie auch keine Ahnung hatte mich zu treffen, war die Freude riesengroß auf beiden Seiten.

Ihr dürft sie auch gerne ansprechen, wenn ihr durch meine Lieblingsstadt lauft und sie seht, vor allem natürlich, wenn ihr ihre Bücher kennt, die wirklich ausgesprochen lesenswert sind.





Steckbrief
Name: Katharina Burkhardt
Geboren am/ in: 29.10.1967 in Freiburg - manchmal wundere ich mich etwas über das Datum …
Wohnort: Hamburg
Familienstand: Single
Kinder: keine


Am liebsten hab ich: Ach, so vieles … Zeit zum Schreiben, Sonnenschein, Blumen auf dem Schreibtisch, spannende Bücher, meine Familie, das Meer, Pferde (obwohl ich schon ewig nicht mehr im Sattel saß) …

Gar nicht mag ich: früh aufstehen, Geiz, Engstirnigkeit, Menschenmengen, Hass, religiösen Fanatismus

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Als Kind hatte ich zwei Träume: Ich wollte Schriftstellerin werden und ein eigenes Pferd haben. Das mit der Schriftstellerei hat endlich geklappt. Das mit dem Pferd (noch?) nicht, obwohl ich den größten Teil meines Lebens geritten bin.
Ich bin ein Naturkind, aufgewachsen in Häusern mit großen Gärten, umgeben von Wiesen und Wäldern. Im Meer zu baden, finde ich paradiesisch. Unter einem Baum auf einer Wiese zu liegen und Figuren in den Wolken zu entdecken, auch. Warum ich seit bald zwanzig Jahren mitten in der Großstadt lebe, verstehe ich manchmal selbst nicht. Immerhin gucke ich ins Grüne und habe einen Balkon, auf dem es im Sommer üppig blüht.
Ich bin sehr protestantisch erzogen worden. Mein Vater war Pastor, wir lebten in einer Gemeinschaft, in der Religion eine große Rolle spielte. Nach meinem Studium (Angewandte Kulturwissenschaften) habe ich zehn Jahre für die Evangelische Kirche als Referentin für Medienpädagogik gearbeitet. Heute spielt Kirche in meinem Leben überhaupt keine Rolle mehr. Stattdessen schreibe ich unter Pseudonym sehr erotische Bücher, die bei meinen früheren Weggefährten wohl zu leichten Irritationen führen würden.
Ich war nie verheiratet, habe mich aber mehrfach richtig fett verliebt und bin eine hoffnungslose Romantikerin. Meine Beziehungen werden mit zunehmendem Alter immer unkonventioneller. Ich mag es, dass kaum noch jemand etwas von mir erwartet („mein Haus, mein Mann, meine Kinder …“).
Meine Familie spielt eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich habe sechs Neffen und Nichten und zu allen eine enge Bindung. Irgendwann schreibe ich mal den großen Familienroman.
Manchmal staune ich, dass ich schon so alt bin. In meinem Kopf bin ich immer noch das zwanzigjährige total schüchterne Mädchen, das in Gegenwart Fremder kaum den Mund aufkriegt und darauf wartet, dass sein Leben endlich beginnt.



Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Ich hatte schon als Kind ständig Geschichten im Kopf. Erst habe ich sie mit meinen Puppen nachgespielt, dann in ein Schulheft geschrieben. Aber bis wirklich lesbare Romane entstanden, hat es dann doch erstaunlich lange gedauert. An meinem ersten Roman saß ich über drei Jahre. Da war ich bereits Anfang dreißig. Er wurde nie veröffentlicht. Bis auf das erste Kapitel, das wurde in einem Literaturjahrbuch abgedruckt und brachte mir eine Lesung im Hamburger Literaturhaus ein. Ich war selten so stolz und so aufgeregt.
Ich schreibe komplexe, tiefgründige Liebesromane, weil ich es kann. Krimis fallen mir bedeutend schwerer, zu Fantasy habe ich keinen Zugang, für Historisches fehlt mir das Expertenwissen. Meine Nichte liegt mir seit vielen Jahren in den Ohren, dass ich ein Buch für sie schreiben soll. Aber Kinderbücher kann ich auch nicht. Inzwischen ist sie siebzehn und ich denke, dass ich es allmählich hinkriegen könnte.



Du magst Menschenmengen gar nicht :O Umso mehr freue ich mich, dich in Frankfurt kennengelernt zu haben<3 Und tatsächlich sieht man dir dein Alter nicht an, geschweige denn die Pastorentochter ;) Ich kann mir nun immer besser vorstellen, warum du für dein zweites Schreibbein ein Pseudonym gewählt hast und auch wenn du nicht verstehen kannst, dass du in der Großstadt lebst, bei deiner Liebe zum Meer (immerhin ist HH ja näher dran als FB und ich weiß nicht, ob ich dich und deine Bücher entdeckt hätte, wenn sie in FB spielen würden)


Was hat dich bewogen nach HH zu übersiedeln? Möchtest du dort so richtig alt werden oder irgendwann wieder näher zur Familie?
Ich bin in Freiburg geboren und in Bielefeld aufgewachsen. Als ich 17 war, trat mein Vater eine neue Arbeitsstelle am Rand von Hamburg an. So landete ich im Norden. Mittlerweile habe ich den größten Teil meines Lebens hier verbracht und möchte nicht mehr fort. Ich mag die Menschen, die Stadt, die Elbe. Nur das Wetter … nun ja, man kann nicht alles haben.



Woher nimmst du die Ideen zu deinen tatsächlich komplexen, tiefgründigen Liebesromanen? Hast du schon einen neuen im Hinterkopf*hibbelhibbel?
Die Ideen gelangen auf unterschiedlichsten Wegen zu mir. Manchmal blitzt eine wie ein Funke auf, ich greife danach und spüre, dass sie zu brennen beginnt. Manchmal sehe ich Menschen auf der Straße, die mich inspirieren (auf diese Weise machte ich die Bekanntschaft mit Arthur aus „Ebbe und Glut“). Die Idee zu „In meinem Herzen nur du“ kam mir, als ich eine Reportage über Hochzeitstourismus in Dänemark sah. Es sind Sätze, Gesten, Bilder, ein einziger Blick, eine kleine alltägliche Situation - unbemerkt bleiben sie haften und tauchen unvermutet wieder auf, wenn ich am Schreibtisch sitze.
Im Hinterkopf habe ich sogar gleich mehrere Romanideen. Aber sie brauchen Zeit, um zu reifen.



Was hat dich bewogen der *Firma* „Das Autorensofa“ beizutreten? Hast du dadurch Vorteile bzgl. deiner Schreiberei?
Schreiben ist eine recht einsame Angelegenheit, vor allem, wenn man als Selfpublisher unterwegs ist. Da geht es ja nicht nur ums Schreiben, sondern um die ganze Vermarktung. Alles muss man alleine entscheiden und machen. Das ist mühsam. Hinzu kommt der immer größere Konkurrenzdruck. In der Masse geht man schnell unter. „Das Autorensofa“ bietet mir zweierlei: Austausch mit Kollegen und mehr Sichtbarkeit durch die Gruppe. Ich bin sehr froh über diese Gemeinschaft, habe da schon tolle Unterstützung erhalten.



Und ich bin sehr froh, dass du dich dem Sofa angeschlossen hast, konnten wir uns doch endlich mal - wenn auch nur kurz - in echt erleben.

Vielen Dank für deine Zeit, meine Liebe. Ich warte dann geduldig, bis deine Ideen ausgereift sind und du sie zu Papier gebracht hast, auch wenn es schwerfällt.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen