Dienstag, 7. März 2017

Blogtour --> Timo Leibig, "Grenzgänger"

Gestern konntet ihr bei Jürgen den lockeren Podcast mit Timo verfolgen, der euch ja vielleicht Lust auf mehr über diesen jungen Autor und seine Serie um das Ermittlerduo Brandner und Goldmann gemacht hat. Daher hier nochmal ganz schnell der Fahrplan dieser Thrillerwoche



Als geborene *Fränggin* und Thrillerliebhaberin freue ich mich natürlich ganz besonders, Timo und seine Bücher entdeckt zu haben, zumal er in einer Ecke lebt und schreibt, die meiner alten Heimat nicht all zu fern ist. Und sehr gerne unterstütze ich ihn mit einem Beitrag bei einer Blogtour, in dem ich den Lesern die Gegend, in der Walter Brandner und Leonore Goldmann ermitteln, nachdem auch der vierte Band der Reihe "Grenzgänger" veröffentlicht ist, etwas näher vorstellen und ans Herz legen möchte.

Kurz noch zur Reihenfolge der Fälle - natürlich müsst ihr nicht alle gelesen haben, aber erstens entgeht euch da ganz viel (vor allem die positive Entwicklung von Timo in Bezug auf seine Schreibe) und zweitens auch das private Umfeld der Kommissare, die meines Erachtens schon wichtig ist für das Hintergrundwissen, denn das bleibt ja auch nicht auf einer Stelle stehen.


Wo also agieren nun Walter Brandner und Leonore Goldmann?


Da ich das nicht genau herausfinden konnte beim Lesen aller Bände, hab ich den Timo gefragt und er meinte, er hat einfach eine Stadt erfunden :O Für diese Fantasiestadt hatte er allerdings schon Vorbilder, die ich euch etwas näher bringen möchte.


Timos Heimatort ist ein beschaulicher fränggischer Marktflecken namens Pleinfeld und angesiedelt

>>auf etwa 382 Metern über NHN im Norden des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in der Region Westmittelfranken, etwa 45 Kilometer südlich von Nürnberg und rund 8 Kilometer nördlich von Weißenburg in Bayern. Der Große Brombachsee erstreckt sich im Nordosten des Gemeindegebiets. Pleinfeld liegt größtenteils im Fränkischen Keuper-Lias-Land, die Ortsteile im Westen befinden sich in Sichtweite zur Weißenburger Alb, einem Teilhöhenzug der Fränkischen Alb. Der Westen des Gemeindegebiets liegt im Vorland des Spalter Hügellandes. Das Gelände der Gemeinde ist flach bis hügelig und von Nadelwäldern geprägt. Pleinfeld wird von der Schwäbischen Rezat durchflossen.
Im Gemeindegebiet wird diese von Arbach, Brombach, Rotem Graben, Iglseebach und Banzerbach gespeist. Auf Gemeindegebiet liegen etliche Weiherketten, wie der Heiligenwaldsee, die Fürstenweiher, der Iglsee und die Mandlesweiher. Die Nordgrenze des Naturparks Altmühltal führt mitten durch das Dorf. Die Grenze zum benachbarten Landkreis Roth verläuft nördlich von Pleinfeld. Bei Mackenmühle befindet sich mit 357 Metern über NHN der niedrigste Punkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.<<


Pleinfeld

Brücke über die Rezat

So ungefähr könnt ihr euch den Ort vorstellen, von dem aus die Schulklasse in "Mädchendurst" startet, um einen Ausflug in die nächste größere Stadt zu machen.

Auch die Partnerstadt lässt Timo einfließen in den "Totenschmaus", als nämlich Walter Urlaub in Irland macht und da lecker Whiskey mit dem Barmann im Pub trinkt.

Sláinte


Diese (fiktive) Stadt, die Timo im Kopf hatte, müsst ihr euch vorgaukeln als eine Mischung aus Nürnberg und Ingolstadt, über beide möchte ich noch etwas erzählen, auch wenn es für Leute, die sie kennen nichts Neues sein wird, aber vielleicht bekommt der eine oder andere Leser, Lust mal ein längeres Wochenende dort zu verbringen.

Anfangen muss ich natürlich mit Nürnberg, meinem letzten Wohnort, ehe ich hierher an den Mittelrhein gezogen bin. Eine Freundin, die mich öfters besuchte, sagte immer, sie rieche die Stadt, wenn sie da sei, denn der Duft ist einmalig.
Nürnberg riecht nach Lebkuchen (und das nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern bereits im Hochsommer)


Große Auswahl und unvergleichlich im Geschmack

und Bratwürsten
 
Im Lokal mit Sauerkraut und Kartoffelbrei 
 
Drei in aan Weckla auf die Hand

und hat eine wunderschöne Altstadt

Das Heilig Geist Spital an der und zum Teil über der Pegnitz
 
Das Wahrzeichen der Stadt, die Kaiserburg
 
Nicht zu vergessen den berühmten Tiergarten, wohin uns Timo in "Mädchendurst" entführt (auch wenn er ihn fälschlicherweise als Zoo bezeichnet, aber das wollen wir mal als schriftstellerische Freiheit in seiner fiktiven Stadt durchgehen lassen).



Ingolstadt duftet auch, aber mehr nach Industrie, nach Autoindustrie (ihr kennt ja alle die vier Ringe auf so manchem Fahrzeug) und nach Öl

Copyright: Frankie80337 - Eigenes Werk, CC BY 2.5 

hat allerdings auch eine

>>weitgehend erhaltene historische Altstadt mit Bauwerken aus allen Epochen der Stadtgeschichte<<

Das Medizinhistorische Museum in der Alten Anatomie

Fußgängersteg über die Donau
 
Aus der Luft



Aus dieser fiktiven Stadt (vergleichbar mit Ansbach von der Größe her,



dem Sitz der mittelfränkischen Regierung und der Bezirksverwaltung) kommen natürlich auch die Ermittler, denn in so einem Städtchen wie Pleinfeld ist die Polizei nicht mit einer eigenen Mordkommission besetzt und auch die zuständige Kreisstadt wäre mit diesen Fällen, die in Timos Kopf entstehen überfordert.


In der Nähe von Ingolstadt sind auch die im "Fußabschneider" vorkommenden Donauauen  angesiedelt

Donauauen
 
wobei Timo die im Kopf auch wieder mit seiner Heimatstadt, bzw. dem Flüßchen, der schwäbischen Rezat, das durchfließt, vermengt hat





Ich möchte ja nicht in des Autors Kopf gucken, bei all dem Gemenge und Mischmasch, den er sich da ausdenkt.


Die wunderschönen Berge, in denen Walter ziemlich eigenmächtig in "Mädchendurst" zugange ist, befinden sich im Naturpark Berchtesgadener Land



in Richtung Königssee, herrliche Wanderwege, tolle Aussicht und einfach erlebenswert.


Im Grunde bleibt Timo also seiner *middelfränggischen* Heimat treu, auch wenn er  Abstecher ins benachbarte Oberbayern macht und sogar die österreichischen Berge
aufsucht und ich hoffe, ihr könnt euch nun ein Bild machen, wie es da in etwa aussieht.



Solltet ihr noch keines der wirklich lesenswerten Bücher kennen, habt ihr es jetzt eventuell leichter beim Schmökern einen Film in eurem Kopf entstehen zu lassen.


Nun bleibt nur noch kurz zu klären was das mit den *Franggn* und Bayern auf sich hat, denn ein echter *Frangge* ist zu Tode beleidigt, wenn er als Bayer bezeichnet wird.

Der Freistaat Bayern ist eines der 16 Länder Deutschlands (und ja, wahrscheinlich eines der unbeliebtesten, ich weiß das wohl, ein Grund mehr für mich, darauf
zu bestehen, dass ich Fränggin bin ;) - so wurde ich vor ca. 30 Jahren von einem Dortmunder Bekannten in seiner Heimatstadt als *aus dem südlichen Deutschland
kommend* in seinem Freundeskreis vorgestellt.

Auf die entsetzte Frage: "Aber doch nicht aus Bayern!" antwortete ich ganz frech: "Neiiin, aus Franggn." und alles war gut - und hat als eines der wenigen Länder noch mehrere Regierungsbezirke, die da sind:

Natürlich können wir *Einheimische* schon am Dialekt erkennen, aus welchem Regierungsbezirk ein *Bayer* kommt, auch wenn für alle Mitmenschen, die nördlich des Mains leben, alles gleich (unverständlich) klingt. Übrigens ist Bayern das größte Bundesland (flächenmäßig) und das zweitbevölkerungsreichste, was den Zusammenhalt seiner Bewohner allerdings nicht unbedingt fördert.

Wollt ihr nun auch noch wissen, woher ich diese Internas um die Handlungsorte kenne? Ich hab natürlich den Herrn Leibig befragt ;)

Wo in den Alpen hast du "Mädchendurst" in etwa angesiedelt?
In den Alpen war ich Richtung Königssee unterwegs. Ich wollte damals einen Teil des Buches mit Bergkulisse haben.


Und warum bist du nicht allgemein in unserem schönen Franggn geblieben?
Es sind auch genug Einflüsse aus Franggn dabei. Im "Fußabschneider" (Band 2) hatte ich unter anderem die Donauauen im Kopf, jedoch auch Teile der Schwäbischen Rezat bei meinem Heimatort Pleinfeld.
Auch Nürnberg galt in einigen Teilen als Vorlage für die Stadt, in der Walter und Leonore unterwegs sind.
Im Endeffekt lasse ich Einflüsse aus meiner Umgebung einfließen, aber lege mich nicht speziell auf eine Region fest.


Wo spielen der dritte ("Totenschmaus") und vierte ("Grenzgänger") Band?
Sie spielen beide in der fiktiven Stadt, also ähnlich Nürnberg/ Ingolstadt.

Und wenn ihr nun bis hierher durchgehalten habt, möchte ich euch noch auf die spannenden Interviews mit Walter und Leonore hinweisen, die ihr morgen bei Denise lesen könnt.


Kommentare:

  1. Hallo Gabi,

    ja Nürnberg ist und bleibt "die Stadt des Lebkuchens" und im Sommer in bestimmten Stadtteilen riecht es dann wirklich nach Lebkuchen....lecker...
    , aber wahrscheinlich eher im Laufe der Zeit möglicherweise etwas nervig für die Anwohner.

    Aber auch "Die Stadt des Spielzeuges" , denn in früheren Zeiten gab es viele Spielzeugfabriken in Nürnberg..zumindest ist davon ...die Spielzeugmesse noch geblieben

    und klar der Herr Dürrer, sein Haus, seine Hasen oder betenden Hände.

    Ja und es heißt Tiergarten und nicht Zoo, wichtige Sache gerade in Franken...

    Und somit oute ich mich als Leserin mal, dass ich in der Nähe von Nürnberg wohne und mir somit alles sehr bekannt ist......

    Danke trotzdem für den heutigen Einblick in die Örtlichkeiten des Romanes.

    LG..Karin..

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  2. Hallo,
    danke kfür den tollen Einblick in den Orten, wo diese Krimis spielen. Nun kann ich es mir nochmals besser vorstellen beim Lesen (vielleicht sollte ich diese Bücher jetzt noch einmal lesen:-D)
    Da ich ja in Unterfranken wohne, ist mir Nürnberg nicht unbekannt. Eine sehr schöne Stadt
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Schön, dass du hierher gefunden hast, Anja. Es freut mich, dich zum re-read gebracht zu haben mit noch mehr Bildern im Kopf ;)

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