Sonntag, 9. April 2017

Rezension --> Rainer Schneider - Anna. Sehnsucht. (Lebenswege)


Der Penzlauer Berg bekommt drei Jahre vor dem Mauerfall eine neue Mieterin, die zwar eine Ausbildung als Buchhändlerin hat, aber davon träumt Modedesignerin zu werden. Natürlich ist das nicht möglich mit den Mitteln die der achtzehnjährigen Ostberlinerin Anna zur Verfügung stehen. Um so dankbarer ist sie, dass Ritchie, ein *Wessie*,den sie beim Verkaufen ihrer selbst genähten Jacken kennenlernt, mit ihr einen Deal eingeht und sie mit Stoffen versorgt. Die beiden werden ein Liebespaar, so weit es ihnen möglich ist, doch bald kommen Schwierigkeiten auf Anna zu. Denn sie erhält keine Genehmigung, um offiziell ein Geschäft zu eröffnen und muss eine Scheinbeschäftigung eingehen.


Rainer Schneider beschreibt hier die letzten Jahre im Osten von Berlin mal ganz anders, anscheinend unbeeinflusst von Stasi und Staatsmacht und aus der Sicht eines jungen Mädchens.
Das Cover zeigt eine Tür, die (noch) verschlossen ist.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, so dass es dem Leser nicht schwer fällt, sich mit Anna zu identifizieren, ihre Gedanken und Wünsche nachzuvollziehen und ihr Leben ein Stück weit zu teilen.
Ich fand die Geschichte faszinierend erzählt und werde garantiert noch weitere Teile aus dieser Reihe lesen. Vier Chaospunkte.

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